Steuerpflicht & -verfahren

Sind unter dem Existenzminimum lebende Personen steuerpflichtig?

Ja. Es sind alle volljährigen Personen mit Wohnsitz oder Aufenthalt im Kanton Zürich, unabhängig von ihrem Einkommen, steuerpflichtig.

Wir haben am 30.06.2016 geheiratet. Ab welchem Zeitpunkt werden wir gemeinsam besteuert?

Im Jahr der Heirat, d.h. in Ihrem Fall im 2016, werden Sie bereits für die ganze Steuerperiode 2016 gemeinsam zum Verheiratetentarif besteuert.

Ich werde am 01.10.2016 meinen Wohnsitz von der Stadt Zürich nach Uster verlegen. Ab wann werde ich in Uster steuerpflichtig?

Erst ab 01.01.2017 werden Sie in Uster steuerpflichtig. Massgebend ist der Wohnsitz zu Beginn der Steuerperiode. Verlegt ein Steuerpflichtiger während der Steuerperiode seinen Wohnsitz in eine andere zürcherische Gemeinde, so dauert die Steuerhoheit der Wegzugsgemeinde für die laufende Steuerperiode unverändert fort. Dieses Wegzugsprinzip ist noch bis am 31.12.2016 gültig.

Ab dem 01.01.2017 kommt neu das Zuzugsprinzip zum Tragen. D.h. zieht ein Steuerpflichtiger am 01.10.2017 von der Stadt Zürich nach Uster, so beansprucht die Zuzugsgemeinde, nämlich Uster ab 01.01.2017 die Steuerhoheit.
 

Ich werde am 01.10.2017 meinen Wohnsitz vom Kanton Zürich nach Bern verlegen. Ab wann werde ich in Bern steuerpflichtig?

Ab 01.01.2017 werden Sie in Bern steuerpflichtig. Bei einem Wohnsitzwechsel über die Kantonsgrenze hinweg, ist der Wohnsitz am Ende der Steuerperiode massgebend. Der Steuerpflichtige wird im Zuzugskanton für die gesamte Steuerperiode steuerpflichtig. Im Wegzugskanton besteht für die gesamte Steuerperiode keine Steuerpflicht mehr.

Ist ein Verein steuerpflichtig?

Grundsätzlich unterliegen Vereine der Steuerpflicht. Allerdings wird ein Jahresgewinn unter Fr. 10'000 und ein Vereinsvermögen unter Fr. 100'000 nicht besteuert.
Mitgliederbeiträge an die Vereine werden nicht zum steuerbaren Gewinn gezählt.
 

Erhebliche Einkommensverminderung/-erhöhung im laufenden Jahr. Anpassung der provisorischen Steuerrechnung

Ändern sich die Einkünfte im laufenden Jahr erheblich, so haben die Steuerpflichtigen die Möglichkeit, beim Gemeindesteueramt eine neue Steuerrechnung ausstellen zu lassen, welche die neue Situation berücksichtigt. Der Antrag auf eine abgeänderte provisorische Rechnung kann bereits mit Eingabe der Steuererklärung erfolgen, aber auch erst im Laufe des Jahres.

Ich bin am 15.01.2016 in Zürich zugezogen. In welchem Kanton kann ich die Verrechnungssteuer für Fälligkeiten 2015 zurückfordern?

Der Antrag auf Rückerstattung der im Kalenderjahr 2015 abgezogenen Verrechnungssteuer hat noch im Wegzugskanton zu erfolgen.

Wie kann ich die Verrechnungssteuer für die Erbengemeinschaft vom Todestag des Erblassers bis zur Erbteilung geltend machen?

Dafür gibt es ein spezielles Formular S-167 „Antrag auf Rückerstattung der Verrechnungssteuer in Erbfällen“, welches beim Gemeindesteueramt oder beim kant. Steueramt (Formulare B1 - Erbschaftssteuer) bezogen bzw. heruntergeladen werden kann.

Dieses Formular ist bei der zuständigen Steuerbehörde am Veranlagungsort des Erblassers oder der Erblasserin einzureichen. Wenn der Erblasser oder die Erblasserin den letzten Wohnsitz im Kanton Zürich gehabt hat, ist das Formular S-167 der Dienstabteilung Wertschriften des kantonalen Steueramtes zuzustellen.

Der Antrag auf Rückerstattung der Verrechnungssteuer muss dabei innert 3 Jahren nach Ablauf des Kalenderjahres, in dem die steuerbare Leistung fällig geworden ist, gestellt werden.
 

Ich bin quellenbesteuert. Wie kann ich die Verrechnungssteuer zurückfordern?

Die Verrechnungssteuer kann mittels ergänzender Veranlagung zur Quellensteuer zurückgefordert werden. Die entsprechenden Formulare können beim Gemeindesteueramt oder beim kant. Steueramt bezogen werden.

Wieso muss ich Verzugszinsen zahlen? Ich kann ja nichts dafür, dass sie mir die Rechnung erst jetzt schicken.

Mit der Schlussrechnung muss auch über die Zinsen (zugunsten oder zulasten der Pflichtigen) abgerechnet werden. Sämtliche Zahlungen, die Sie in der jeweiligen Steuerperiode geleistet haben, werden bis zur Zustellung der definitiven Schlussrechnung zu Ihren Gunsten (Vergütungszins) verzinst. Anderseits werden auf dem definitiven Steuerbetrag in der Schlussrechnung ab dem 1. Oktober der jeweiligen Steuerperiode Zinsen zu Lasten (Ausgleichszins) des Steuerpflichtigen berechnet.
Der Zins bei verspäteter Zahlung bzw. nach Ablauf der 30-tägigen Zahlungsfrist wird als Verzugszins bezeichnet.
 

Meine Steuerrückzahlung, welche ich erhalten habe, enthielt noch eine Zinsgutschrift zu meinen Gunsten. Muss ich diesen Zins als Ertrag deklarieren?

Da es sich bei dieser Gutschrift um einen sogenannten Vergütungszins handelt, ist dieser Zins im Wertschriften- und Guthabenverzeichnis in der Kolonne B (Werte ohne Verrechnungssteuerabzug) als Ertrag zu deklarieren.

Wo finde ich die Zinssätze der Vergütungs-, Ausgleichs- und Verzugszinsen

Unter den Steuerfragen finden Sie die Rubrik „Erlasse & Merkblätter“. In der Themengliederung können Sie „Steuerbezug und Steuererlass“ anklicken, wo Sie zum Beschluss des Regierungsrates über die Festsetzung von Zinsen gelangen. In diesem Beschluss oder in der Wegleitung zur Steuererklärung des entsprechenden Steuerjahres sind die jeweiligen Prozentsätze ersichtlich.

Darf das Gemeindesteueramt eine Einschätzung vornehmen?

Das Gemeindesteueramt ist im Rahmen der Weisungen der Finanzdirektion sogar verpflichtet, eine bestimmte Anzahl Einschätzungen vorzunehmen.

Ich habe kürzlich meine Steuererklärung eingereicht und nun festgestellt, dass mir ein Fehler unterlaufen ist. Kann ich noch eine Korrektur anbringen und wie muss ich dazu vorgehen?

Solange die Veranlagung noch offen ist, d.h. kein rechtskräftiger Einschätzungsentscheid oder keine rechtskräftige Schlussrechnung vorliegt, können Sie Korrekturen auch nachträglich noch einreichen. Wir empfehlen Ihnen die Korrekturen mit einem Schreiben mit dem Titel "Korrektur/Rektifikat zur Steuererklärung" möglichst umgehend bei Ihrem Gemeindesteueramt einzureichen, allenfalls unter Beilage von geeigneten Belegen. Sie können aber auch eine (zweite) korrigierte Steuererklärung mit dem Vermerk "Rektifikat" beim Gemeindesteueramt einreichen.

Sofern Sie die Steuerklärung online ausgefüllt und übermittelt haben (Online Steuererklärung ZHprivateTax / ZHprivateTax-Light), können Sie die Korrekturen in der Online-Steuererklärung anbringen und diese korrigierte Version nochmals elektronisch ans Steueramt übermitteln. Dazu melden Sie sich bei ZHservices an und öffnen die Steuererklärung über die Vorgangsverwaltung. In der Detailansicht können Sie nun den Menüpunkt "Steuererklärung erneut übermitteln" anwählen. Damit lässt sich die Steuererklärung wieder bearbeiten und nochmals übermitteln. Zudem müssen Sie die neue Freigabequittung ausdrucken, unterschreiben und - zusammen mit allenfalls notwendigen Beilagen - per Post Ihrem Gemeindesteueramt einreichen.

Wo kann ich die Formulare für die pauschale Steueranrechnung / zusätzlicher Rückbehalt USA (Formular DA-1, etc.), für die Rückerstattung ausländischer Quellensteuern (Formulare R-D1, etc.) und die Rückerstattung der Verrechnungssteuer (Formular 25, etc.) beziehen?

Die Formulare für die pauschale Steueranrechnung / Rückbehalt USA (DA-1, etc) stehen auf unserer Homepage zum Download bereit (Formulare A5 - Steueranrechnung / Rückbehalt USA).

Die Formulare für die Rückerstattung der ausländischen Quellensteuern (R-D1, etc.) und der Verrechnungssteuer (Formular 25, etc.) können auf der Hompage der eidgenössischen Steuerverwaltung heruntergeladen werden (www.estv.admin.ch) Verrechnungssteuer / Dienstleistungen).

Die Formulare DA-1, etc. und R-D1, etc. können zudem beim kantonalen Steueramt, Steueranrechnung, Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich, Telefon 043 259 38 02 oder unter der gleichen Adresse persönlich beim Empfang bezogen werden.
 

Gibt es Steuerformulare in englischer Sprache?

Nein, die Steuerformulare gibt es nur in deutscher Sprache.
Als erster Kanton stellt der Kanton Zürich jedoch eine Kurzanleitung, die Schritt für Schritt in englischer Sprache erklärt, wie man die Steuererklärung ausfüllt und was die Fachbegriffe in den deutschsprachigen Formularen bedeuten, zur Verfügung. Diese Kurzanleitung ist auf der Website des kant. Steueramts abrufbar.

Meine Bank hat mich nach meiner Steuernummer (TIN; Tax Identification Number) gefragt. Wo kann ich diese Nummer finden?

In der Schweiz gibt es keine eigentliche nationale Steuernummer.

Die steuerliche Identifikation von natürlichen Personen und Selbstständigerwerbenden erfolgt im Kanton Zürich über die AHVN13-Nummer (neue AHV-Nummer). Die AHVN13-Nummer dient zugleich auch als TIN für natürliche Personen im internationalen Kontext.
 

Im E-Mailverkehr mit dem kantonalen Steueramt werden oftmals sensible Informationen verschickt. Ist das Versenden dieser Daten sicher oder besteht das Risiko, dass diese Daten von unbefugten Dritten gelesen werden können?

Beim Verschicken von Briefen und Dokumenten per E-Mail besteht tatsächlich das Risiko, dass diese von Dritten empfangen und eingesehen werden können. Wir raten daher grundsätzlich davon ab, E-Mails mit vertraulichem Inhalt unverschlüsselt zu verschicken. Für solche Informationen empfehlen wir nach wie vor den Postversand.

Sofern Sie mit dem Steueramt per E-Mail korrespondieren und heikle Daten übermitteln wollen, empfehlen wir Ihnen, diese E-Mails verschlüsselt zu verschicken. Das kantonale Steueramt bietet hierzu die Möglichkeit von IncaMail an.

IncaMail ist eine Plattform der schweizerischen Post, über die Emailverkehr verschlüsselt abgewickelt werden kann. Für private Anwender ist der Basisdienst kostenlos. Um IncaMail zu nutzen, müssen Sie sich einmalig bei der Post registrieren. Weitere Informationen hierzu finden Sie auf der Homepage von IncaMail unter www.incamail.ch.
 

Ich habe keine Steuererklärung abgegeben und wurde nun von der Steuerkommissärin nach pflichtgemässem Ermessen eingeschätzt. Die Einschätzung ist zu tief ausgefallen. Was muss ich tun?

Um ein späteres Nachsteuer- und Bussenverfahren zu vermeiden, empfehlen wir Ihnen, fristgerecht Einsprache gegen die zu tiefe Ermessenseinschätzung zu erheben. Das genaue Vorgehen können Sie dem erhaltenen Einschätzungsentscheid bzw. der Veranlagungsverfügung entnehmen.

Ich bin an einer unverteilten Erbschaft beteiligt. Wie muss ich dies in der Steuererklärung deklarieren?

Im Kanton Zürich werden Erbengemeinschaften nicht separat besteuert. Es gibt daher kein Steuererklärungs-Formular "Erbengemeinschaften".
Einkommen und Vermögen aus unverteilten Erbschaften sind ab dem, auf den Todestag folgenden Tag von den einzelnen Erben anteilsmässig (entsprechend ihrer Erbquote) zu versteuern, bzw. in der Steuererklärung (unter Ziffer 5.3 und 30.5) zu deklarieren. Der Steuererklärung ist zudem eine Aufstellung über Vermögen und Ertrag der Erbengemeinschaft beizulegen.

Ich habe seit Jahren unversteuertes Vermögen (Schwarzgeld) und möchte dieses dem Steueramt melden. Wie gehe ich vor?

Stellen Sie alle Belege der nicht versteuerten Jahre (max. auf 10 Jahre zurück) zusammen. Aus diesen Unterlagen müssen die entsprechenden Kontostände (Vermögen) und die dazugehörigen Erträge (Einkommen) von den nicht versteuerten Jahren ersichtlich sein. Schreiben Sie uns einen Brief mit dem Betreff „Selbstanzeige von unversteuertem Vermögen“, worin Sie Ihr bisher nicht versteuertes Vermögen und die nicht versteuerten Erträge melden und legen Sie die Belege bei.

Die Postadresse lautet:
Kantonales Steueramt Zürich
Dienstabteilung Spezialdienste
Bändliweg 21
8090 Zürich

Wenn das unversteuerte Vermögen im Zeitpunkt Ihres Schreibens dem Steueramt noch nicht bekannt ist und auch keine Untersuchungshandlungen in dieser Sache laufen, so wird Ihr Schreiben als Selbstanzeige behandelt. Bei einer erstmaligen Selbstanzeige wird keine Busse ausgesprochen, sofern Sie die hinterzogenen Steuern bezahlen (vgl. auch ZStB 38/200). In jedem weiteren Fall beträgt die Busse lediglich 1/5 der hinterzogenen Steuern. Dies gegenüber einer Busse von 1/3 bis zum Dreifachen der hinterzogenen Steuern im Normalfall, d.h. bei Nichtvorliegen einer Selbstanzeige.